„Wir brauchen ein Backup – aber bitte günstig.“
Dieser Satz fällt in vielen KMU genau einmal zu oft. Denn „günstig“ klingt nach sauberem Sparen – ist in Wahrheit aber häufig nur eine Verschiebung: vom planbaren IT-Budget hin zu ungeplanten, operativen Kosten. Und dort sind sie nicht mehr kontrollierbar, sondern eskalieren pro Stunde.
Gerade in der Schweiz, wo Personalkosten und Service-Level traditionell hoch sind, lohnt sich eine nüchterne Frage: Was kostet uns eine Stunde Stillstand – in CHF – und wie schnell kommen wir realistisch wieder hoch?
Backup-Ausgaben sind relativ dankbar: Man kann sie budgetieren, vergleichen, verhandeln. Ausfallkosten sind das Gegenteil: Sie sind situationsgetrieben, zeitkritisch und von Kaskaden abhängig.
ITIC beziffert die Grössenordnung für mittelgrosse und grosse Unternehmen so: Bei über 90% liegt der durchschnittliche Schaden pro Stunde ungeplanter Downtime über 300.000 USD; 41% nennen sogar 1 bis über 5 Mio. USD pro Stunde.
In CHF gesprochen (SNB-Kurs 24.12.2025: 1 USD = CHF 0.7863):
Ausfallkosten sind selten nur IT-Kosten. Es sind Kosten der Wertschöpfung.
Wer Downtime nur als „Leute können nicht arbeiten“ rechnet, unterschätzt systematisch. In der Praxis zahlen Sie parallel:
Und sobald Personendaten betroffen sind, wird es zusätzlich ein Governance-Thema: Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG) ist seit 1. September 2023 in Kraft – mit Pflichten, die im Vorfall nicht leichter werden.
Der Schmerzpunkt sitzt oft dort, wo „Ausfall“ in „Datenverlust“ oder „Erpressung“ kippt.
Das heisst konkret, dass viele Unternehmen nicht zahlen können (oder wollen) – aber sie müssen wiederherstellen. Und zwar nicht „irgendwie“, sondern schnell, sauber und nachvollziehbar.
Nehmen wir ein realistisches, bewusst konservatives Szenario:
1) Produktivität
80 × CHF 75 = CHF 6.000 pro Stunde → 6h = CHF 36.000
2) Operativer Schaden / Durchsatz
Expressversand, Terminverschiebungen, Projektverzug, Kundenkommunikation, Nacharbeit: konservativ CHF 4.000 pro Stunde → 6h = CHF 24.000
3) Wiederherstellung & Sonderaufwände
Interne IT + Key-User + ggf. externer Support (Pauschale): CHF 12.000
4) Datenverlust (RPO) & Nachpflege
Wenn das „günstige“ Backup nur alle paar Stunden sauber ist: manuelle Rekonstruktion, Nachbuchungen, Abgleich: CHF 8.000
Konservative Summe: CHF 80.000 – für einen halben Tag.
Das ist ohne Vertragsstrafen, ohne Kundenabgänge, ohne Security-Forensik, ohne längerfristige Reputationswirkung. Ein einziger Vorfall pro Jahr kann damit ein Vielfaches dessen kosten, was eine ernsthafte Backup- und Recovery-Architektur jährlich kostet.
Wenn Sie „Backup günstig“ gegen „Backup professionell“ bewerten, ist der reine Preis pro TB eine Nebelgranate:
Total Cost of Recovery (TCR) = Downtime-Kosten + Wiederherstellungskosten + Datenrekonstruktionskosten + Folgekosten
Unsere Erfahrung zeigt: „Billig“ spart meist an genau den Bauteilen, die den TCR explodieren lassen:
Backup ist kein Häkchen in einer IT-Checkliste. Es ist Unternehmensresilienz, in CHF rechenbar. Studien zeigen: Downtime und Breach-Kosten sind gross – und sie entstehen besonders durch Business Disruption und Wiederanlauf.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wie wenig zahlen wir fürs Backup?“
Sondern: „Wie schnell sind wir nach einem Vorfall wieder lieferfähig – und was kostet uns jede Stunde Verzögerung?“
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