Beitrag von Michael Bapst, Juni 2026

Warum AI-Workloads neue Anforderungen an Backup und Storage stellen

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Softwareentwicklung und die Automatisierung, sondern auch die Anforderungen an Ihre IT-Infrastruktur. Viele Unternehmen investieren derzeit in eigene AI-Plattformen, Machine-Learning-Pipelines oder interne Analyseumgebungen mit grossen Sprachmodellen. Im Fokus stehen dabei fast immer GPUs, Rechenleistung und die Modelle selbst.

Die Datenbasis bleibt oft im Hintergrund. Genau hier entscheidet sich aber, ob ein AI-System zuverlässig läuft. Ohne stabilen, skalierbaren und sicheren Storage funktionieren AI-Workloads auf Dauer nicht. Trainingsdaten, Modelle, Checkpoints, Logs und Analyseergebnisse müssen dauerhaft verfügbar, reproduzierbar und performant erreichbar bleiben. Das stellt Storage, Backup und Wiederherstellung vor neue Aufgaben.

Klassische Infrastruktur stösst bei AI an Grenzen

Viele traditionelle IT-Systeme wurden für klar strukturierte Anwendungen gebaut. Die Daten lagen zentral in einer Datenbank oder auf einem Fileserver. AI-Workloads arbeiten anders.

Moderne Machine-Learning-Umgebungen verarbeiten grosse Datenmengen parallel, verteilt über Container-Plattformen, Kubernetes-Cluster und verschiedene Cloud-Systeme. Laufend entstehen neue Zwischenstände, Modellversionen und Trainingsdaten. Dazu kommen Bilder, Videos, Sensordaten, Vektordatenbanken, Logs und Pipeline-Artefakte. Bei produktiven AI-Systemen summiert sich das schnell auf mehrere Terabyte oder Petabyte.

Für solche dynamischen Workloads waren klassische serverbasierte Backups nie gedacht. In modernen AI-Umgebungen reichen sie deshalb oft nicht mehr aus.

Object Storage als Grundlage für AI-Daten

Aus diesem Grund setzen viele Unternehmen heute auf S3-kompatiblen Object Storage. Grosse Datenmengen lassen sich parallel lesen und schreiben, flexibel skalieren und unabhängig von einzelnen Servern speichern.

In der Praxis dient S3-basierter Storage als Ablage für Trainingsdaten, Modellversionierung, Checkpoints, Data Lakes und Kubernetes-Workloads. Plattformen wie MLflow, Kubeflow oder moderne Data-Lake-Architekturen binden S3 direkt als zentrale Storage-Schicht ein.

Auch bei Backup ONE sehen wir diese Entwicklung im Alltag. Unternehmen fragen heute nicht mehr nur klassischen Storage nach, sondern Plattformen, die sich direkt in Kubernetes-, AI- und Cloud-native-Umgebungen einfügen.

Datensicherheit wird bei AI oft zu spät mitgedacht

Bei AI-Projekten stehen Performance, Trainingsgeschwindigkeit und Modellqualität im Vordergrund. Die Sicherheit und Integrität der Daten kommt häufig erst danach. Dabei hängt ein AI-System vollständig von seinen Daten ab.

Werden Trainingsdaten verändert, überschrieben oder gelöscht, wirkt sich das direkt auf Modelle und Ergebnisse aus. Fehlerhafte Datenstände führen zu ungenauen Resultaten oder zu Trainingsläufen, die sich nicht mehr reproduzieren lassen. Kritisch wird es etwa, wenn ein S3-Bucket falsch konfiguriert ist, keine Versionierung aktiv ist oder Trainingsdaten versehentlich überschrieben werden. Auch fehlende Backups, manipulierte Daten oder durch Ransomware verschlüsselte Datasets sind ein reales Risiko. Produktive AI-Workloads brauchen deshalb eine deutlich stärkere Absicherung der gesamten Datenbasis.

Reproduzierbarkeit: Modelle müssen nachvollziehbar bleiben

Ein zentraler Punkt moderner AI-Systeme ist die Reproduzierbarkeit. Modelle müssen sich später erneut trainieren oder überprüfen lassen. Dafür genügt das finale Modell allein nicht. Auch die zugehörigen Datenstände und Abhängigkeiten müssen langfristig verfügbar bleiben.

Dazu zählen Trainingsdaten, Modellversionen, Konfigurationen, Container-Images, Logs, Pipelines und Checkpoints. Fehlt ein einzelner Bestandteil, lässt sich ein Trainingslauf oft nicht mehr exakt nachstellen. In regulierten Bereichen wie Forschung, Medizin oder Finanzwesen müssen Unternehmen ohnehin dokumentieren, mit welchen Daten und Konfigurationen ein Modell trainiert wurde.

Immutable Storage und Object Lock gegen Manipulation

Mit dem Wert der AI-Daten steigt auch das Risiko gezielter Manipulation oder versehentlicher Änderung. Hier kommen Immutable Storage und Object Lock ins Spiel. Einmal geschriebene Daten bleiben unveränderbar. Weder Benutzer noch Prozesse können sie nachträglich ändern oder löschen.

Das schützt vor versehentlichem Löschen, vor Ransomware und vor manipulierten Datenständen. Gleichzeitig verbessert es die Nachvollziehbarkeit von Audit- und sicherheitsrelevanten Informationen. Gerade bei Trainingsdaten, Modellständen und sicherheitskritischen Logs kann das den Unterschied machen.

Kubernetes, AI und Storage wachsen zusammen

Viele AI-Plattformen laufen heute containerisiert in Kubernetes. So entstehen hochdynamische Systeme mit automatisch skalierenden Workloads und verteilten Datenstrukturen. Kubernetes, GPU-Nodes, CI/CD-Pipelines, Data Lakes und S3-Storage rücken dabei immer enger zusammen.

Daten entstehen verteilt über Cluster, Container und Storage-Systeme hinweg. Das Backup einzelner Server greift hier zu kurz. Moderne AI-Umgebungen brauchen cloud-native Backup- und Storage-Konzepte.

Was Entwicklungsteams früh beachten sollten

Entwicklungsteams bestimmen früh mit, wie sicher und wiederherstellbar ein AI-System später läuft. Schon während der Entwicklung lohnt es sich, einige Grundlagen mitzudenken: versionierte Daten, reproduzierbare Pipelines, sauber strukturierte Trainingsdaten und korrekt abgesicherten Object Storage. Ebenso wichtig sind getestete Restore-Prozesse und die langfristige Archivierung von Modellen und Logs.

Ein AI-System besteht eben nicht mehr nur aus Anwendungscode. Daten, Infrastruktur, Container-Plattformen und Pipelines gehören heute fest dazu.

Typische Fehler in AI-Projekten

In der Praxis wiederholen sich bestimmte Probleme. Sie entstehen selten durch fehlerhafte Modelle, sondern durch fehlende Storage- oder Backup-Konzepte. Trainingsdaten liegen unverschlüsselt im Storage, S3-Buckets sind öffentlich erreichbar, Modellversionen werden überschrieben, Backups fehlen oder Restore-Tests wurden nie durchgeführt. Häufig lassen sich frühere Datenstände später nicht mehr reproduzieren. Bei produktiven AI-Systemen werden solche Lücken schnell teuer.

AI-Workloads in der Backup ONE Swiss Cloud

Der Backup ONE Swiss S3 Storage eignet sich gut für moderne AI- und Cloud-native-Workloads. Dank nativer S3-Kompatibilität binden Sie ihn direkt in bestehende Kubernetes-Umgebungen, AI-Pipelines oder Machine-Learning-Plattformen ein. Ihre Workflows bleiben bestehen, der Storage skaliert mit.

Dazu kommen georedundante Speicherung, Object Lock für Immutable Storage, S3-Versionierung und die Datenhaltung in der Schweiz für sensible Unternehmensdaten. Bei grossen AI-Datasets und produktiven Machine-Learning-Systemen wird eine zuverlässige, sichere Storage-Plattform schnell zum zentralen Baustein der Infrastruktur.

Mehr zum Swiss S3 Storage: https://www.backup.ch/s3

Fazit

AI verändert nicht nur die Softwareentwicklung, sondern auch die Anforderungen an Storage, Backup und Datensicherheit. AI-Systeme hängen vollständig von ihren Daten ab. Trainingsdaten, Modelle, Pipelines und Ergebnisse müssen langfristig verfügbar, reproduzierbar und sicher bleiben.

Wer heute eine AI-Plattform aufbaut oder betreibt, sollte deshalb nicht nur an GPUs und Modelle denken, sondern ebenso an Backup, Wiederherstellung, Datenintegrität, Versionierung und Immutable Storage. Über den Erfolg entscheidet am Ende nicht allein die Qualität des Modells, sondern auch die Sicherheit und Verfügbarkeit der Daten darunter.